Künstliche Intelligenz ist Text, Journalismus Kontext.
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Früher sagten sie „United Artists“, wenn sie die eigenen Journalisten loben wollten, heute meinen sie, sagen es aber nicht: „United Bots“.
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Die Geschäfte eines Verlages kann man zum großen Teil mit KI besorgen, für den Presse-Inhalt sorgt dann ebenfalls KI. Aber was ist das dann noch? Sicherlich nichts, wofür irgendjemand Geld zahlt oder der Staat den halben Mehrwertsteuersatz gewährt.
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Grundgesetz Artikel Fünf ist für Journalisten gemacht, nicht für KI-Agenten.
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Erst nahm Google der Presse die Texte, die Leser und vor allem die Werbeeinnahmen weg, nun lassen sie sich von der KI auch noch die (pseudo)journalistischen Texte schreiben. Die technologische Aneignung ist perfekt. Das ist kein Strukturwandel, das ist Strukturübernahme.
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Autorität kommt von Autor, nicht von Algorithmus.
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Die „Intelligenz“ von KI ist das Substrat der Intelligenzien unendlich vieler Leute, die dafür nicht bezahlt wurden. Wer die so entstehenden Beiträge für eigene ausgibt, etwa in Kommentaren oder Analysen, macht sich eines doppelten Betrugs schuldig.
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Fast vier Jahre, nachdem Chat-GPT auf den Markt kam, wundert man sich, dass viele Redaktionen offenbar entweder gar keine KI-Richtlinien haben oder aber sie weitgehend ignorieren. Die Branche bekommt vollends ein Problem, wenn Technokraten die klein gewordene Schar werteorientierte Verleger ablösen.
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In Fragen der Künstlichen Intelligenz sind der menschlichen Dummheit offenbar keine Grenzen gesetzt, etwa wenn es darum geht, für deren Einsatz die richtigen Regeln zu finden, die den Bestand eines ehrlichen, wahrhaftigen Journalismus bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung garantieren.
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KI ist keine Quelle, sondern nur Hinweis auf eine Quelle.
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Modernismus ist in Redaktionen nicht, das Werkzeug für das Werk zu halten oder ein Vorprodukt für das Produkt.
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Man will in der Regel der Fälle immer noch wissen, was ein leibhaftiger Journalist denkt, weiß, vermutet, schreibt, und nicht, was eine Maschine nach Eingabe eines mehr oder weniger gelungenen Prompts so ausspuckt.
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Die Ehrlichkeit verlangt es, im Zweifel unter einen Artikel den Namen der verwendeten KI ebenso zu vermerken wie die Nachrichtenagentur, die man verwendet hat.
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Die Menschen machen sich ein bequemes Leben mit KI, im Journalismus aber wollen sie es unbequem und nicht glatt gebügelt haben.

