Fußball hat mit Sport zu tun, weltweit aber auch mit einem Bereicherungssystem eitler Funktionäre, das von der Wirtschaft finanziert wird und das vorzugsweise Autokraten zur Selbstüberhöhung dient, selbstverständlich mit der Idee, alle vorhandenen Schattenseiten vergessen zu machen. Der betriebene Aufwand ist nicht anderes als ein moderner Ablasshandel.
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Die Weltmeisterschaft ist ein Fest, zu dem man gezwungenermaßen hingeht, in der schwachen Hoffnung, dass trotz mieser Persönlichkeiten und widriger Umstände am Ende doch noch etwas Schönes passieren wird.
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Der Friedenspreis, den die Autokratie des Weltfußballverbands in gebückter Haltung an Donald Trump verliehen hat, ist so viel wert wie das Abseitstor eines fehlerhaft eingewechselten Spielers. Die einzig mögliche Steigerung dieses Irrsinns ist nach dem Finale minutenlanges Jubeln Trumps mit dem WM-Pokal vor laufenden Kameras. Vielleicht setzen sie ihm eine Krone auf.
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Spiele des Friedens? Dazu passt, dass Trumps Miliz ICE sich nach zwei Morden die Oberaufsicht für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Weltmeisterschaft gesichert hat.
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Eine Moral der Plattitüden ist der Tortenguss, der von den politisch-ekuniären Wahrheiten des Fußballs ablenken soll.
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Champions League Finale 2026: Es spielte ein US-Milliardär mit viel Waldbesitz gegen den Staat Katar mit viel Erdgasbesitz. Champions League Finale 2025: Es spielte ein amerikanischer Investmentfonds, einem kanadischen Eigentümer zugehörig, gegen den Staat Katar.
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Mittlerweile ist es ein Privileg, dass die meisten deutschen Spitzenfußballklub noch jene Vielfalt abbilden, die einen Sport stark macht. Sie exekutieren nicht einfach nur den Willen einiger weniger superreicher Männer.
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Wenn Religion einst das Opium des Volkes war, dann ist heute Fußball das Kokain der Kontinente.
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Wer interessiert sich noch für Regierungserklärungen, wenn es immerhin um Mannschaftsaufstellungen geht?
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Jeder Zuschauer kann in der Aufmerksamkeitswelt Tore schießen, auch wenn er noch nie einen Ball richtig getroffen hat.
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Man möchte den Tag erleben, an dem Fußball wirklich das Geld wert ist, das für ihn ausgegeben wird.
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Elf Freunde müsst ihr sein, das sollte heute besser heißen: Elf Millionäre sollt ihr sein.
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Fußball-Kapitalismus als Exzess-Sport: hohe Fernsehgelder, hohe Gagen, hohe Beraterhonorare, hohe Ticketpreise, hohe Aufmerksamkeit zeugen davon, wie Grenzen der Unvernunft ausgetestet werden. Dass es zu viel war, weiß man erst, wenn es vorbei ist.
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Weißer die Gelder nie waschen: Deshalb investieren die Öl-Milliardäre vom Golf so viel Geld in den Fußball.
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Prinzipiell lebt man immer in drei Welten: in der der Vergangenheit, in der wirklichen Welt und in der der Projektion. Im Fußball ist das gleichbedeutend mit dem Unterschied zwischen Romantizismus, Mittelstand und Oligarchie-Fußball.

